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Zerscht z häiss und z grooss - denn obdachloos

Für einmal macht die Fasnachtsgesellschaft Sissach (FGS) in eigener Sache und erklärt das «Chluuri» zum Fasnachtssujet 2018.

Das ehrwürdige «Chluuri» hat nämlich ein bewegtes 2017 hinter sich. So sollte es sich in seiner ganzen Grösse und in Feuer und Flamme am Unspunnenfest in Interlaken präsentieren. Als die Verantwortlichen des Trachten- und Alphirtenfestes aber mitbekamen, dass das «Chluuri» in Flammen aufgehen sollte, wie es schon seit über 80 Jahren in Sissach Tradition ist, kriegten die Festorganisatoren in Interlaken einen Schüttelfrost unter ihren enzianverzierten Sennen-«Chutteli». Sie bangten ob des immensen Funkenflugs um die teuren Trachten-«Tschööpe» der Festteilnehmer. Widerwillig beschlossen die FGS und die «Chluuribouer» trotz «Chluuri»-Feuerverbot nach Interlaken zu fahren. Nach ein paar weitern Wochen - hier zeigte sich die sprichwörtliche Berner Behäbigkeit - merkten die Festorganisatoren plötzlich, dass das «Chluuri» neben seiner Brandgefährlichkeit mit seinen 7,5 Metern zu gross sei, um unbeschadet unter den zahlreichen Fernsehkabeln hindurch kutschiert zu werden. Das Sissacher Ungetüm dürfe höchstens halb so gross sein.

Damit war für die FGS und die «Chluuribouer» klar: Ein «Chluuri», das nicht brennt und eher einem unscheinbaren «Böögg» gleicht, fährt nicht nach Interlaken.

Aber nicht genug des Ungemachs. Heuer ist es das letzte Mal, dass das «Chluuri» in der traditionellen «Chluurischüüre» beim Primarschulhaus Dorf gefertigt wird. Danach sind die Erbauer und das fasnächtliche Wahrzeichen obdachlos und auf der Suche nach einer neuen Bleibe.

 

 Gold Fr. 35.-                                              Silber Fr. 13.-                                                     Kupfer Fr. 9.-